Arbeitgeberattraktivität: Den Öffentlichen Dienst auf die Zukunft vorbereiten!

In den nächsten 10 Jahren verlassen knapp 1,2 Millionen Beschäftigte altersbedingt den Öffentlichen Dienst. In 20 Jahren sind es schon 2,6 Millionen - etwa 57 Prozent aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Derzeit sind 75 Prozent aller Beschäftigten im Öffentlichen Dienst 37 Jahre oder älter. Von den Beschäftigten im Bund scheidet in den nächsten zehn Jahren fast jeder Dritte aus dem Dienst aus (30,6 Prozent), bei den Ländern sind es 25,9 Prozent der Beschäftigten und in den Kommunen voraussichtlich 26,8 Prozent. 

Altersstruktur des Öffentlichen Dienstes insgesamt.
Altersstruktur des Öffentlichen Dienstes insgesamt (Bund, Länder, Kommunen, Sozialversicherungen, ohne Soldaten). Darstellung: Next:Public, Quelle: DBB Zahlen Daten Fakten 2017

 

Engpass der Fachkräfte

In den kommenden Jahren wird dem Öffentlichen Dienstes zunehmende der Nachwuchs fehlen - es entsteht ein kontinuierlich steigender Engpass von qualifizierten jungen Arbeitskräften.

Die Zahl der Studien- und Ausbildungsabsolventen gleicht längst nicht mehr die Zahl der altersbedingten Renten- und Pensionseintritte aus. Effizienzgewinne, z.B. durch die Digitalisierung, werden den personellen Engpass nicht schließen können, denn menschliches Wissen kann nicht vollständig durch Software ersetzt werden. 

Insgesamt sinkt das Arbeitskräftepotential bis zum Jahr 2030 um ca. 3,5 Millionen. Davon ist der Öffentlichen Dienst besonders betroffen: Mit über 800.000 fehlenden Fachkräften wird der Arbeitskräftemangel im öffentlichen Sektor im Vergleich anderen Branchen am deutlichsten ausfallen. (Vgl. hierzu PwC-Studie: Fachkräftemangel im Öffentlichen Dienst 2017 (pdf).

"Personal wird zur wichtigsten Ressource für die Produktion öffentlicher Dienstleistungen"

 

Steigende Nachfrage an qualifizierten Arbeitskräften

Mit 37 Prozent (in den neuen Bundesländer sind es 44 Prozent) ist die öffentliche Verwaltung die Branche mit dem zweithöchsten Anteil an hochqualifizierten Mitarbeitern.

Auch die Privatwirtschaft rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Nachfrage - vor allem bei den Ingenieuren, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Erziehungswissenschaften und im Lehramt, aber auch in den Rechtswissenschaften. Gleichzeitig rekrutiert der öffentliche Dienst 80 Prozent seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus diesem Bereich.

Die größte Berufsgruppe im Öffentlichen Dienst bilden die Verwaltungsfachkräfte, hier wird bis 2030 ein Engpass von rund 230.000 Fachkräften erwartet; das heißt jede 9. Stelle kann in naher Zukunft nicht mehr besetzt werden. Für das Lehrpersonal wird mit einem Engpass von 194.000 Stellen gerechnet.

Besonders deutlich fällt der Engpass bei MINT-, Gesundheits- und Betreuungsberufen aus: hier wird voraussichtlich jede 6. bis 7. Stelle nicht mehr besetzt werden können.

Auf dem ersten Platz der Top Ten der am meisten begehrten Berufsgruppen stehen akademische und vergleichbare Fachkräfte der Informations-und Kommunikationstechnologie (vgl. PwC-Studie 2017). Schon heute spricht der Bitkom e.V. von einem dauerhaft ungedeckten Arbeitskräftebedarf von rund 40.000 Stellen in der IT-Branche.

"Die Verwaltung braucht eine aktive, vorausschauende Rekrutierung." 

Um in diesem "War for Talents" bestehen zu können, also um Personalabwanderungen zu verhindern und dringend benötigtes Personal zu rekrutieren, muss der Öffentliche Dienst umdenken: Wichtig wird zukünftig eine aktive Rekrutierung des benötigten, qualifizierten Personals. Dazu gehört auch, das Image des Öffentlichen Dienstes als Arbeitgeber zu verbessern und bekannt zu machen.

Public Service Employer Branding, die Schaffung einer Arbeitgebermarke für Einrichtungen der öffentlichen Hand, bietet große Potentiale, die allerdings im Öffentlichen Dienst bislang kaum genutzt werden. Es geht um die Erhöhung der Aufmerksamkeit auf dem Arbeitsmarkt, schnellere Besetzungen von vakanten Stellen, Steigerung der Mitarbeiterbindung und Identifikation mit der Behörde, die Entwicklung von Teamgeist und Verbesserung der internen Kommunikation.  

Mit der Beratungsagentur Next:Public zur Arbeitgebermarke - unsere Lösungen: