Weiterentwicklung des kommunalen Demografiemanagements - Gastbeitrag in Österreichischer Gemeindezeitung

  • Lesezeit 1 minute
Titelseite ÖGZ 11/17 und Start Artikel

Die größten Herausforderungen durch den demografischen Wandel liegen erst noch vor uns, dennoch bleiben viele Kommunen ein demografieorientiertes Management schuldig, schreiben Susanne Tatje und Carsten Köppl von Next:Public in einem Gastbeitrag in der aktuellen Ausgabe der Österreichischen Gemeindezeitung. Vor allem die Alterung nehme weiter Fahrt auf: Die „Baby Boomer“, die geburtenstarken Jahrgänge von 1955 bis 1965, gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Die Alten von morgen bleiben fast eine Generation länger jung als ihre Eltern. Eine zentrale Aufgabe bestehe darin, das Leben in unserer Gesellschaft neu zu definieren und so zu gestalten, dass die Älteren ihre Fähigkeiten weiterhin einbringen können und so lange wie möglich am gesellschaftlichen Leben teilhaben.

Eine weitere Gestaltungsaufgabe liege in der steigenden gesellschaftlichen Diversität: Mit oder ohne Migrationshintergrund, mit oder ohne Kinder, mit hohem Bildungsabschluss oder ohne Ausbildung, aus städtischen Metropolen oder ländlichen Regionen – der unterschiedliche soziale und kulturelle Hintergrund verringere den gesellschaftlichen Konsens, so die Autoren. In einer „superdiversen Kommune“ sei die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben.

Weiter werde es, trotz derzeit steigender GesamteinwohnerInnenzahl, auch Regionen mit starken Bevölkerungsverlusten geben, denn von der Zuwanderung profitieren hauptsächlich Großstädte, Universitätsstädte oder Wirtschaftszentren. Zurück bleiben viele kleinere, strukturschwache Regionen mit Gemeinden, die einem Mix aus Schrumpfung, einer schlechter werdenden infrastrukturelle Versorgung, überdurchschnittlich alternder Bevölkerung und gleichzeitig einem Rückgang der Einnahmen ihrer kommunalen Haushalte gegenüberstehen. Diesen Gemeinden müsse in Zukunft deutlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden, appellieren Tatje und Köppl.

Demografiebeauftragte als wichtige Zukunftsgestalter

Die Rolle der Demografiebeauftragten müsse sich weiterentwickeln. Eine enge Festlegung auf einzelne Fachbereiche wie Statistik, Stadtentwicklung oder Altenhilfe wird der komplexen Aufgabenstellung nicht gerecht. Die demografische Entwicklung muss vielmehr zentraler Bestandteil einer ganzheitlichen, auf Langfristigkeit angelegten kommunalen Zukunftsplanung sein, die sich stärker als bisher gesellschaftlichen und technologischen Innovationen öffnet, wie z.B. die Potenziale der Digitalisierung. 

Dabei müssen Verwaltungen wichtige Grundvoraussetzungen erfüllen, z. B. eine enge und direkte Anbindung der Beauftragten an die Stadtspitze (z. B. in Form einer Stabsstelle), die Entwicklung von (Verwaltungs-)Instrumenten wie Mitzeichnungsrechte oder Zukunftschecks, die bei Planungsvorhaben anderer Fachbereiche eingesetzt werden, eine angemessene und eigenverantwortliche finanzielle Ausstattung, Freiraum zur Entwicklung innovativer Konzepte sowie fachliche Weiterbildungsmöglichkeiten. "Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, werden aus Demografiebeauftragten wichtige ZukunftsgestalterInnen in unseren Städten und Gemeinden", so die Autoren.

Den vollständigen Beitrag (pdf) gibt es ab S. 36 in der November-Ausgabe der Österreichischen Gemeindezeitung. 

Neuen Kommentar schreiben

Eingeschränktes HTML

  • Zulässige HTML-Tags: <a href hreflang> <em> <strong> <cite> <blockquote cite> <code> <ul type> <ol start type> <li> <dl> <dt> <dd> <h2 id> <h3 id> <h4 id> <h5 id> <h6 id>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Website- und E-Mail-Adressen werden automatisch in Links umgewandelt.
CAPTCHA
Diese Frage dient dazu, menschliche Besucher von Spambots zu unterscheiden und automatisierten Spam zu verhindern.
Bild-CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.